Ob ein EV6 GT wohl das Richtige für mich wäre?

  • Servus zusammen,


    ich bin der Neue hier. Und habe gleich mal eine ganz blöde Frage die mir wohl kaum einer wirklich beantworten kann. Aber vielleicht könnt ihr mir ein wenig bei der Entscheidungsfindung behilflich sein... ;)


    Die Sache ist die. Derzeit fahre ich einen beinahe auf Anschlag ausgestatteten 540D Touring aus Ende 2017. Also einen G31 vFL. Leider kommt der Wagen langsam in die Jahre und hat auch schon einige Kilometer auf dem Buckel. Damit einher kommen jetzt langsam die einen oder anderen Reparaturen daher, die bei diesem Wagen leider alles andere als günstig sind. Nun bin ich am überlegen mir einen anderen Wagen zu kaufen. Und in der engeren Auswahl ist eben der EV6 GT.


    An sich mag ich Verbrenner, habe aber auch nichts grundsätzliches gegen e-Mobilität und stehe der Technologie offen gegenüber, Eine Entscheidung für einen Stromer wäre aber rein eine wirtschaftliche Entscheidung, keine ideologische. Ich habe knapp 30KW PV auf dem eigenen Dach und eine kleine Firma auf die ich den Wagen kaufen würde. Somit bei Elektro eben nur 0,25%, was natürlich schon auch noch gut was sparen würde. Aus finanzieller Sicht wäre es also sinnvoll als nächsten Wagen ein e-Auto zu kaufen.


    Ich möchte aber nicht endlos viel Geld rauswerfen und eine relativ lange Garantiezeit haben. Somit fallen die deutschen Hersteller schon mal raus. Die Hyundais und Nissans gefallen mir nicht, Elon Musk will ich nichts abkaufen und den Chinesen traue ich nicht so übern weg ob ich da in ein paar Jahren noch Ersatzteile bekomme. Somit bin ich mehr durch Zufall über den EV6 gestolpert, der mir grundsätzlich von der Optik her erstmal richtig gut gefällt. Dazu kommt noch, das es eben einen GT gibt, mit dem man wohl auch richtig Spaß haben kann wenn man eben man Spaß haben will.
    Leider hat kein Händler in der Näher einen GT als Vorführer (was mich ehrlich gesagt nicht wundert). Somit konnte ich nur mal einen fast neuen GT-Line probefahren. Das hat grundsätzlich schon Spaß gemacht. Aber die Probefahrt ging halt auch nur eine knappe Stunde und nur bei Sonnenschein. So konnte ich natürlich nicht sehen wie das Matrixlicht funktioniert oder wie der Wagen nachts innnen aussieht. Auch so bekommt man auf eine knappe Stunde natürlich nicht so viel mit.


    Der Händler hätte mir ein recht ordentliches Angebot gemacht. Ein GT, volle Hütte inkl. Schiebedach, AHK und Metalliclackierung für netto knapp 48.000€, da könnte ich schon schwach werden. Aber ich mache mir einfach Sorgen, dass ich hier knapp 50k für ein neues Auto ausgebe und dann merke, das der Wagen vielleicht doch nicht meinen Wünschen und Ansprüchen entspicht. Ich bin von meinem G31 halt schon sehr verwöhnt, was Qualität, Haptik und Ausstattung anbelangt. 2017 hatte BMW seine Autos noch wertig gebaut, etwas das leider inzwischen sehr nachgelassen hat. Und das ich mit einer Tankfüllung (Akkufüllung) je nach Fahrweise mal eben 800-1100Km fahre, davon müsste ich mich wohl auch verabschieden. Aber vielleicht bilde ich es mir ja auch nur ein das ich so eine Reichweite brauche. Beruflich zum Glück nicht mehr, aber für die 1-2x Urlaub pro Jahr ist es doch sehr praktisch. Insbesondere da ich normalerweise so kleine 600-700Km Fahrten auf einer Arschbacke und ohne Pinkelpause abreite.


    Was mir auch noch etwas Sorgen bereitet ist die Elektronik. Ich hatte vor ein paar Tagen die Möglichkeit einen Ioniq 9 über Nacht zu testen. Der Wagen hatte mich leider überhaupt nicht überzeugt und ich kam mir etwas wie ein Betatester vor. Auf ca. 150Km Strecke hatte ich locker 30-40 falsche Tempolimitanzeigen. Auch andere Phantom-Verkehrszeichen wurden vereinzelt angezeigt. Z.B. mal ein Vorrang gewähren mitten auf einer Bundesstraße. Der DAB Empfang war mies und das Radio schaltete sich gerne mal unegfragt auf einen anderen Sender, und das Matrix-Licht funktionierte einfach nur schlecht. Das Schlimmste war aber das permanente Gebimmel. Bei jeder Änderung der Geschwindigkeitsbegrenzung ein PING, wenn einem ein anderes Auto nur in die Nähe kommt fiept schon die Kollisionswarnung, und wenn man rückwärts auf eine Staße raus will dreht der Karren ganz durch. Absolute Panik wegen noch weit enferntem Querverkehr der dazu noch auf der anderen Fahrbahn ist. Gefiepe und Vibration im Lenkrad ohne Ende.

    Also ich den EV6 Probegefahren hatte, hat sich der bei weitem nicht so übervorsichtig und restriktib gezeigt, allerdings konnte ich den eben auch nicht so lange und genau testen. Keine Ahnung ob sich der ähnlich blöd verhält, wenn ich mit dem etwas länger unterwegs bin. Ansich ist der Kia ja der Konzernbruder vom Hyundai, die Software aber meine ich doch nicht ganz die Selbe.


    So, jetzt habe ich hier ganz viel gesabbelt, aber ich wollte halt irgendwie meine Bedenken aufführen und begründen. Also was meint ihr, soll ich es mit dem EV6 probieren, oder ist ein Umstieg vom dicken 5er auf den Kia vielleicht doch nicht der richtige Weg für mich.


    Schöne Grüße aus Niederbayern,

    Oli.

  • Ehrliche Antwort:

    Die Software muss man irgendwie bändigen, die nervt bisweilen genau so, wie du es beschreibst. Alles machbar, wenn man sich damit auseinandersetzt, in den Einstellungen nach den eigenen Wünschen anpasst und nicht davor zurückschreckt, vor jeder Fahrt mal einen Knopf etwas länger zu drücken.


    Qualitätsanmutung: Kia ist da definitiv nicht premium und das merkt man an einigen Stellen. Die deutschen "Premium" Hersteller haben jedoch auch nachgelassen.


    Langstreckentauglichkeit: finde ich echt okay, weil der EV6 in den meisten Fällen sehr schnell lädt - alle 2 Stunden maximal 25-30 Minuten Pause, meist 18-24 Minuten.


    Aber: hätte ich im Februar 2025 gewusst, was Volvo mit dem neuen EX60 auf den Markt bringt, dann wäre es womöglich doch ein schwedischer Chinese geworden. Etwas teurer zwar, allerdings auch mit hochwertigeren Materialien im Innenraum und insgesamt praktischer. Außerdem nach WLTP deutlich sparsamer.


    Der Umstieg von C-Klasse auf EV6 GT war schon nicht einfach wegen Materialien und Qualität an manchen Stellen, da hilft es, dass der EV6 geräumiger und als GT einfach "schneller" ist.

    Von E-Klasse oder 5er BMW hätte ich es nicht gemacht.

    Mercedes Benz C350 T, 225 kW, 2011

    Aprilia Shiver 750, 70 kW, 2012

    Kia EV6 GT FL, 159 kW, 2025, Runway-red, Schiebedach, AHK

  • Also was meint ihr, soll ich es mit dem EV6 probieren, oder ist ein Umstieg vom dicken 5er auf den Kia vielleicht doch nicht der richtige Weg für mich.

    Meine ehrliche Meinung nachdem was du so gesabbelt hast ;) :

    Lass es lieber, du bist noch nicht bereit für die Elektromobilität oder umgekehrt.....

  • Also was meint ihr, soll ich es mit dem EV6 probieren, oder ist ein Umstieg vom dicken 5er auf den Kia vielleicht doch nicht der richtige Weg für mich.

    Servus, wenn Dir bewusst ist und Du hinzunehmen bereit bist auf Langstrecke mit Geschwindigkeiten über Richtgeschwindigkeit eher alle, je nachdem, ca. 200 bis 280 Kilometer laden zu müssen und Dir der Spaßfaktor "GT" genügt um dies und die fehlenden Premiumanmutung Kias gegenüber Deinem BMW zu akzeptieren könnte das aufgehen. So wie Du es beschreibst bezweifle ich das allerdings leicht.

  • Meine ehrliche Meinung nachdem was du so gesabbelt hast ;) :

    Lass es lieber, du bist noch nicht bereit für die Elektromobilität oder umgekehrt.....

    Vielleicht doch, aber eher mit einem neuen iX3 wenn schon BMW? Da muss man evtl. nicht so oft laden? Oder auf den iX5 M60 mit 148kWh Akku warten, auf den Preis bin ich dann aber gespannt :D


    Hatte der 2017er G31 schon Matrix LED? oder noch Xenon? Vom Licht des EV6 kann man generell nur enttäuscht sein :(

    Kia EV6 GT EZ 9/2025 yachtblau matt + SD

  • Servus.


    Vielen Dank erstmal für die ehrlichen Antworten und das ihr euch die Zeit genommen habt meine ganze Geschichte zu lesen.


    Das ich noch nicht wirklich bereit für die e-Mobilität bin... ja, das mag schon irgendwie sein. Ein Stromer wäre bei mir sicher keine Herzensentscheidung und sollte ich mir wirklich einen kaufen ist das kein langgehegter Wunsch sondern eher ein Mittel zum Zweck.


    ich bin es halt einfach von je her gewohnt lange Strecken einfach am Stück zu fahren, und im Zweifel auch eher zugig unterwegs zu sein. Aber irgendeinen Tot muss man ja bekanntlich sterben. Und ich dachte eben, mit dem EV6 GT muss ich zwar auch wie mit (vermutlich) jedem Stromer regelmäßig meine Ladepausen machen, dafür kann ich aber hoffentlich immer noch etwas Spaß haben wenn mir danach ist. Gerade dieses knallharte Abregeln bei 180 oder 200 Sachen, wie es bei vielen anderen eAutos leider so ist, stört mich massiv. Eine unnötige Bevormundung wie ich finde. Daher ist z.B Volvo schon mal raus bei mir.

    Ich ringe halt einfach mit mir ob ich weiterhin so viel Geld für den Unterhalt eines fahrbaren Untersatzes ausgeben soll oder nicht. Sollte ich mir wieder einen DIesel kaufen, käme der nicht in die Firma. Bei 70-100k Bruttolistenneupreis wäre mir die 1%-Regelung einfach zu teuer. Das heißt, ich kann weder die Vorsteuer abziehen, noch alle anderen Kosten Absetzen. Und meinen selbst produzierten Strom, von dem ich täglich ca. 100Kw für ca. 11ct/Kw "verschenke" nutzen. Dafür hätte ich halt wieder ein Reichweitenmonster mit dem ich wenn mir danach ist auch mal über längere Strecken einfach Gas geben kann.


    Oder ich beisse halt in den sauren Apfel (der ja vielleicht doch gar nicht so sehr sauer ist, und ich weiß es eben nur noch nicht), und kaufe mir ein Elektroauto. Tanke größtenteils meinen selbst produzierten Strom, kaufe das Auto netto, setze jedwede Kosten dafür bei der Steuer ab und zahle dafür nur 0,25% vom Bruttolistenneupreis monatlich auf meine Lohnsteuer drauf.


    Ihr merkt vielleicht wie ich da gerade zwischen zwei Stühlen sitze. Auf der einen Seite die Möglichkeit, für immer mehr Geld so weitermachen wie bisher, und wie es mir aber auch immer gut gefallen hat. Oder den wirtschaftlich viel vernünftigeren Weg einschlagen und eben mit den Einschränkungen leben. Halt ohne zu wissen wie sehr mich diese Einschränkungen dann wirklich stören, oder eben auch nicht. Keine Ahnung.

    Was BMW iX und ähnliche angeht. Da wäre ich mit etwas Ausstattung schnell wieder bei einem Bruttolistenneupreis von über 100.000€. Da würde dann die 0,5%-Regelung anstatt der 0,25% bei unter 100k greifen. Dazu kommt, dass BMW (genauso wie auch Audi und Mercedes) leider bei den jetzigen Neuwagen einfach nicht mehr die Qualität und Haptik bieten wie sie es bei dem Preis eigentlich müssten. Und von fünf oder mehr Jahren Garantie kann man bei denen leider auch nur träumen. Und gerade diese wäre mir bei einem e-Auto auch sehr wichtig, weil ich da einfach noch keinerlei Erfahrungen habe was da sonst für Kosten auf mich zukämen.


    Ach ja. Und ja, der G31 hat schon ein richtig feines Matrix-LED Licht, dass ich auch sehr schätze. Hier war ich eben vom Ioniq9 maßlos enttäuscht. Der kostet in der großen Variante und ordentlich ausgestattet ja auch über 90k, ist neun Jahre jünger als mein Auto, und eigentlich ein Technologiemonster. Aber das Licht war einfach jämmerlich. Und das Pseudo-Matrix Licht kaum nutzbar. Musste es bei der Probefahrt ausschalten weil es einfach nicht richtig funktinoierte.

  • Miete dir doch einfach mal für ein paar Tage ein halbwegs vergleichbares E-Auto (also schnellladefähig und mit großem Akku) und fahre deine Langstrecke damit probehalber. Kostet ja nicht die Welt. Dann hast du die Gewissheit, ob das mit dem alle 2-3 Stunden zum halbstündigen Laden ranfahren für dich akzeptabel ist.


    Ehrlich gesagt verstehe ich aber auch jeden, der darauf keine Lust hat, da es dich in der Wahl deiner Zwischenstopps schon einschränkt. "Früher" hat man schnell irgendwo getankt und dann schön die eigentliche Pause in der Pampa gemacht. Und eben auch nicht so oft.

  • Ja, Leasing wäre schon auch eine Option. Nur sind die Leasingangebote die ich bisher bekommen habe nicht so der Bringer. Beim Kauf wäre dafür bis zu 15.000€ Rabatt drin.

    Die Idee, einfach mal ein paar Tage einen Stromer zu mieten hatte ich auch schon. Nur leider gibt es hier in der näheren Umgebung keine entsprechende Vermietung. Leider.