Beiträge von Blainstorm

    Melle86 Da hast du natürlich recht, man muss die Kirche auch im Dorf lassen. Wenn du das nur im Sommerhalbjahr 1-2 mal die Woche machst, wird dein Akku davon nicht über Nacht sterben.


    Die 3-5 % sind ein statistischer Wert über viele Jahre bei dauerhaftem 100%-Laden. Bei deinem Profil wird es sich wahrscheinlich eher im homöopathischen Bereich bewegen.


    Der Punkt von koaschten ist aber eigentlich der beste Kompromiss: Wenn du auf 90 % oder 95 % lädst, hast du fast die volle PV-Ausbeute im Auto, bleibst aber spannungstechnisch noch ein gutes Stück unter der kritischen 4,2V-Grenze. Der chemische Stress nimmt nämlich nicht linear zu, sondern steigt auf den letzten 2-3 % extrem steil an.

    Mit 90 % oder 95 % hast du den Akku für den nächsten Tag fast voll, aber den Akku thermisch und chemisch noch im Komfortbereich.


    Wenn du die 100 % Reichweite brauchst oder den PV-Strom unbedingt mitnehmen willst, mach es einfach. Der EV6 hat ein top Thermomanagement, das fängt schon viel ab.


    Ich persönlich werde bei 80% für den täglichen Einsatz bleiben, da ich nur 7% Akku für mein Pendeln brauche (30km) jetzt bei 0 bis 8 grad, habe ich dicke Reserven. Lade dann täglich auf 80% nach und gut ist.


    Bei geplanten und langen Reisen werde ich für die Abfahrt auch auf 100% laden und unterwegs dann 20 bis 80% Schnell laden.


    Denke dass ich damit gut aufgestellt bin.


    Viele Grüße

    Richtig, wenn du auf 100 % lädst und direkt losfährst, ist das für den Akku chemisch gesehen absolut okay. Der eigentliche Stressfaktor ist wirklich nur die Standzeit bei dieser hohen Spannung.


    Wie viel das am Ende in Zahlen ausmacht, ist natürlich schwer auf das Prozent genau zu sagen, aber es gibt mittlerweile echt gute Langzeitdaten zu dieser Zellchemie (NMC). Wenn man sich die Statistiken von Portalen wie Recurrent Auto oder die Erfahrungen von Langzeit-Tesla-Fahrern anschaut, sieht man einen Trend:

    Ein Akku, der über 5 bis 8 Jahre ständig auf 100 % geladen wurde und dort regelmäßig mehrere Stunden oder über Nacht stand, verliert oft so 3 % bis 5 % mehr an Kapazität als einer, der überwiegend im 20-80 % Fenster bewegt wurde.

    Klingt erst mal nach wenig, aber im Vergleich sieht das dann nach ein paar Jahren oft so aus:


    - Ein top gepflegter Akku steht nach 150.000 km vielleicht noch bei 92 % bis 94 % Restkapazität (SoH).

    - Der 100%-Akku landet im selben Zeitraum eher bei 88 % bis 89 %.


    Man merkt es im Alltag am Anfang gar nicht, aber nach ein paar Jahren fehlen dir dann halt diese entscheidenden Kilometer Reichweite, wenn du sie mal wirklich brauchst. Da der EV6 die 100 % ja eigentlich nur ab und zu für das Zell-Balancing braucht, erkauft man sich das tägliche Vollladen also mit einem messbar schnelleren Verschleiß, ohne dass man im Alltag wirklich was davon hat.


    Deine Schlussfolgerung passt also perfekt: Je kürzer die Zeit bei 100 %, desto länger hat man am Ende die volle Reichweite.


    Viele Grüße :)

    Melle86 Guter Punkt mit dem Puffer, aber man muss da beim Facelift echt aufpassen. Ich hab das nochmal nachgeschaut: Wir haben jetzt zwar 84 kWh brutto und etwa 80 kWh netto nutzbar, aber diese 4 kWh Puffer sind leider nicht gleichmäßig verteilt.

    Das meiste davon sitzt beim E-GMP unten als Schutz vor Tiefentladung, damit man bei 0 Prozent im Display nicht sofort liegen bleibt. Obenrum ist dagegen kaum Luft. Wenn das Auto 100 Prozent anzeigt, sind die Zellen chemisch gesehen fast am Anschlag bei etwa 4,18 bis 4,2 Volt. Das ist genau der Bereich, in dem die Zellchemie instabil wird und die Oxidation am schnellsten abläuft, was man dann kalendarische Alterung nennt.

    Wegen der 3 bis 4 Stunden: Das Auto nimmt natürlich keinen bleibenden Schaden, wenn das mal passiert. Es geht eher um die Summe der Zeit über die Jahre. Wenn man das jede Nacht so macht, summiert sich dieser chemische Stress einfach auf. Ein Akku, der über seine Lebenszeit insgesamt viel Zeit bei so hoher Spannung verbringt, verliert einfach schneller an Kapazität als einer, der meistens zwischen 20 und 80 Prozent bewegt wird.

    Deshalb ist die Empfehlung, erst kurz vor der Abfahrt vollzuladen, technisch schon sinnvoll, um diese Stressphasen für die Chemie so kurz wie möglich zu halten. Der Puffer rettet uns also eher vor dem Batterietod durch Entladung, aber er schützt die Zellen leider kaum vor dem Verschleiß durch die hohe Spannung.

    Beste Grüße!

    Andrei danke für die Ergänzung! Die 0,2 kW in der alten App waren quasi das Lebenszeichen des BMS.


    Man muss hier aber technisch zwischen diesem Erhaltungs-Balancing und dem echten Präzisions-Balancing unterscheiden. Bei 80 % ist die Spannungskurve der NMC-Zellen so flach, dass diese 200 Watt eher dazu dienen, die Differenzen im Zaum zu halten, damit sie nicht völlig aus dem Ruder laufen. Für eine wirklich exakte Angleichung fehlen dem BMS in diesem Bereich einfach die deutlichen Spannungsunterschiede als Datengrundlage.


    Das ist wie beim Staubsaugen: Die 0,2 kW bei 80 % sind der Saugroboter, der täglich mal kurz drüberhuscht. Das Balancing am 100 %-Anschlag ist dann der große Frühjahrsputz, bei dem das BMS durch die steile Spannungskurve erst so richtig sieht, wo es auf das Millivolt genau nachbessern muss.


    Ich bekomme morgen meinen OBD-Adapter ( da mein alter im EV6 nicht mehr funktioniert ) und werde mal schauen, was er bei 80 % SoC für eine Zellspannungs-Differenz ausspuckt. Wenn die trotz der geringen Korrekturströme niedrig ist, macht Kia da ab Werk echt einen guten Job.

    Bin gespannt, was dabei rauskommt!

    koaschten & ihwi6 Jein, bei 80 % kann das Balancing technisch bedingt nicht wirklich präzise funktionieren.


    Es stimmt zwar, dass das BMS beim EV6 – wie bei den meisten modernen E-GMP-Fahrzeugen – im Hintergrund eigentlich permanent ein Grund-Balancing versucht, sobald der Wagen zur Ruhe kommt. Theoretisch kann das also an jeder SoC-Grenze passieren. Aber es gibt einen gewaltigen Unterschied in der Präzision.


    Warum die 100 % physikalisch im Vorteil sind: Kia nutzt ein passives Balancing-System. Das BMS vergleicht die Zellspannungen und entlädt Zellen mit zu hoher Spannung über kleine Widerstände, bis die anderen aufgeholt haben. Die NMC-Zellchemie in unserem EV6 hat aber zwischen 20 % und 80 % eine extrem flache Spannungskurve (das sogenannte Plateau). Die Unterschiede sind hier oft so minimal, oft nur wenige Millivolt, dass das BMS kaum eine verlässliche Grundlage zum Eingreifen hat. Das ist wie eine Schüssel voller Murmeln: Wenn sie nur halbvoll ist, sieht man kaum, welche Murmel einen Millimeter höher liegt.


    Erst ab ca. 95 % SoC kommt die Steilkante und die Spannung steigt rapide an. Hier sieht das BMS sofort: Aha, Zelle 42 ist bei 4,18 V, während die anderen bei 4,15 V hängen. Jetzt wird Zelle 42 gezielt gebremst. Wer mit dem OBD-Scanner nachsieht, stellt oft fest, dass die Wallbox nach Erreichen der 100 % noch für 30 bis 60 Minuten mit geringer Leistung von 100 bis 300 Watt nacharbeitet. Genau in dieser Phase findet das wichtige Balancing statt.


    Melle86 Zum Thema Stress: Das Problem bei 100 % ist das Rumstehen. In diesem Zustand ist die Zellchemie unter hohem Druck. Man bekommt zwar nicht sofort einen schlechten Akku, aber auf Dauer altert er dadurch messbar schneller.


    Mein Fazit für die beste Strategie: Ja, das BMS arbeitet auch bei 80 % im Stand ein bisschen vor sich hin, wenn man ihm Ruhe gönnt und nicht alle paar Minuten per App oder HomeAssistant wachküsst. Aber für ein echtes Geradeziehen empfehle ich: Alle paar tausend Kilometer an der Wallbox auf 100 % laden, das BMS eine Stunde fertig arbeiten lassen und dann zeitnah losfahren. So sinkt der Akkustand wieder, der Stress für die Zellen wird minimiert und auf der Langstrecke kann man dann gewohnt zügig am HPC laden.


    Ich scanne meinen morgen mal mit dem OBD-Adapter bei 80 % SoC. Wenn die Differenz der Zellspannung unter 15 mV liegt, macht das BMS im Stand einen super Job. Liegt sie höher, darf er mal wieder bis zum Anschlag nuckeln. ;)


    Beste Grüße!

    Hallo Tanner,


    das ist eine der Fragen, die oft gestellt, aber selten technisch fundiert beantwortet werden. Da ich mich beim EV6 intensiv mit der Materie (NMC-Zellchemie) beschäftigt habe, hier mal meine Einschätzung dazu:


    Kurz vorab: Szenario 2 (regelmäßig 100 % an der Wallbox) stresst den Akku auf Dauer tatsächlich mehr als Szenario 1 (HPC bis 80 %).


    Hier ist die Begründung, warum das so ist:


    1. Der "stille Killer" – Hoher SoC (State of Charge) Ein NMC-Akku (wie wir ihn im EV6 haben) ist chemisch gesehen bei einem Ladestand über 90 % sehr instabil. In diesem Bereich herrscht eine hohe Zellspannung, die zu einer schleichenden Oxidation des Elektrolyten führt. Das nennt man "kalendarische Alterung". Wenn der Wagen regelmäßig bei 100 % steht (auch nur für ein paar Stunden), zersetzt sich die Chemie schneller, als wenn man ihn mit hohen Strömen "befeuert", aber im Wohlfühlbereich zwischen 20 % und 80 % hält.


    2. HPC wird oft überschätzt (Stressfaktor Hitze) Ja, beim HPC-Laden fließen gewaltige Ströme (bis zu 240 kW beim EV6). Aber: Das Batteriemanagementsystem (BMS) im EV6 ist sehr gut. Es überwacht jede Zelle einzeln und regelt die Kühlung so präzise, dass die thermische Belastung zwar kurzzeitig hoch ist, aber kaum zu dauerhaften Zellschäden führt. Neuere Langzeitstudien zeigen sogar, dass "HPC-Dauernutzer" (die nur bis 80 % laden) oft weniger Degradation haben als "Wallbox-Lader", die den Wagen ständig bei 100 % parken.


    3. Das Balancing-Dilemma Natürlich braucht das BMS die 100 % ab und zu für das sogenannte "Zell-Balancing" (damit alle Zellen die gleiche Spannung haben). Aber das reicht vollkommen aus, wenn man es alle paar tausend Kilometer oder einmal im Monat macht. Wer jede Nacht an der Wallbox auf 100 % vollknallt, tut seinem Akku keinen Gefallen.


    Mein Fazit für den Alltag: Wer seinen Akku wirklich schonen will, fährt die "Goldene Mitte":

    • Wallbox im Alltag: Limit im Auto auf 80 % stellen. Das ist der absolute Wellness-Bereich.
    • HPC auf Langstrecke: Einfach nutzen und Spaß haben, solange man bei 80 % (oder kurz danach) den Stecker zieht.
    • 100 % Laden: Nur direkt vor einer langen Fahrt, damit der Wagen nicht mit "vollem Bauch" stundenlang in der Sonne oder Kälte steht.

    Am Ende ist das BMS im EV6 so schlau, dass man keine Wissenschaft daraus machen muss – aber wenn man sich zwischen den beiden Szenarien entscheiden muss, gewinnt das "80 % HPC-Laden" den Haltbarkeits-Check gegen das "100 % Wallbox-Laden".


    Viele Grüße!

    Typ2 in Kia Stoffcase mit Klett im Kofferraum - dieses Case passt genau nicht unter den doppelten Boden, sodass das Kabel bei mir ohne Case direkt in den Frunk gewandert ist :D


    V2L ist ebenfalls in einem etwas kleineren Kia Stoffcase dabei. Dies versteckte sich bei mir unterm doppelten Boden, ganz an der Rückbank. Ich dachte erst schon, der Händler hätte den Knochen stibitzt. Den V2L habe ich nun zum Tirekit in das Fach unter den doppelten Boden gepackt.

    Dito :D und bei mir war beim GT-Line das Kabel ebenfalls dabei, wie auch der V2L Adapter. Der Frunk nur minimal größer oder innen weniger unnötige Aussparrungen und man könnte den besser verwenden. Aber hey.... Habe ein Typ2 Kabel an der Wallbox zu Hause, muss nie an den Frunk ran und das Typ2 dass im Frunk liegt, wird nie genutzt, wenn man Unterwegs ist, sondern dann Schnelllader und fertig. Sonst noch Verbandskasten und Reifenpannen Kit in den Frunk und gut ist. So muss man nie unter den Kofferraum ran, wenn der mal voll beladen ist und etwas passiert.

    Also ich hatte die ersten paar Tage auch meine argen Probleme die Touch Tasten zu bedienen. Nun seit gestern auf den Trichter gekommen, dass man die ganze Fingerkuppe auf die Taste legen muss ( nicht mal drücken, sondern nur auflegen ) und es reagiert problemlos. Von daher, fest drücken hilft gar nicht, sondern sanft und mehr Hautfläche und es funktioniert perfekt. Fehlbedienungen hatte ich bisher gar nicht damit, nur eben anfangs Probleme überhaupt etwas einzuschalten. Die ersten Tage dann die Sprachsteuerung benutzt ^^


    Viele Grüße