Beiträge von Seniornerd

    Das Problem


    Nachdem die Ladeplanung in meinem vFL oft von unrealistischen Voraussetzungen ausgeht (Energieverbrauch auf Autobahnen, geplanter Rest-Ladestand für automatisch vorgeschlagenen Ladestopp), nutze ich das KIA-Navi kaum mehr zur Routenplanung einschließlich Ladestopp-Planung.


    Vielmehr suche ich die Ladestationen bei Langstreckenfahrten im KIA-Navi eher manuell, um bei kälterem Wetter den Akku automatisch vorzukonditionieren, da es beim vFL ohne manuelle Vorkonditionierfunktion nicht anders geht.


    Leider ist eine manuelle Stationssuche mit dem KIA-Navi gar nicht so einfach, denn das Navi bietet dem Nutzer unter POIs/Ladestationen nur eine Stationssuche „in der Nähe“, also innerhalb eines Suchkreises. Dabei ist es nicht möglich, den Suchradius vorzugeben – meine Versuche deuten darauf hin, dass der Suchradius irgendwo in der Größenordnung von 20km liegt. Das ist für die Nutzung der automatischen Akku-Vorkonditionierung bei kaltem Wetter viel zu knapp.


    Erschwerend kommt dazu, dass ich meinen Wagen privat nutze – ich muss die Laderechnungen aus eigener Tasche zahlen. Daher habe ich mir eine Sammlung von sechs Ladekarten und drei Lade-Apps zugelegt, mit denen ich in der Regel kWh-Preise von unter € 0,50, meist sogar deutlich unter € 0,40 erziele. Für Notfälle habe ich noch zwei Karten mit hoher Stationsdichte, aber höheren Strompreisen. Natürlich grenzt das die Zahl der in Frage kommenden Ladeparks etwas ein, und das KIA-Navi bietet oft nicht die passenden Suchfilter dafür an. Außerdem berücksichtigt das KIA-Navi bei der automatischen Streckenplanung oft nicht Ladestationen in Autohöfen neben der Autobahn.


    Mein Workaround für die Ladestationssuche


    Ich habe einen Weg gefunden, das Navi-System bei der Stationssuche „zu überlisten“: Angenommen, ich habe laut Hauptdisplay 150km Restreichweite, nutze für die weitere Strecke das gleiche Fahrprofil wie zuvor und suche nun eine Ladestation in ca. 100km Entfernung. Eventuell habe ich schon einen Ladepark im Sinn, den ich z.B. in der Chargeprice App oder in ABRP gefunden habe. Dazu muss man den Mittelpunkt des Suchkreises verschieben.

    1. Maps auswählen

      20260622_165859_1.jpg

    2. Prüfen/Einstellen der Nord-Kartenorientierung: Abhängig vom letzten Navi-Lauf kann sich die Orientierung der Karte ändern – man muss also die (Nord-) Ausrichtung ggf. neu einstellen. Dazu nutzt man den Ausrichtungs-Button und drückt ihn so oft, bis er die Nord-Orientierung anzeigt. Das ist wichtig, um das Karten-Display mit den üblicherweise nach Norden ausgerichteten Karte in ABRP, Google Maps oder der Chargeprice App vergleichen zu können – die sind deutlich detaillierter.

      20260622_165927_1.jpg

      Korrekte Nord-Ausrichtung

      20260622_170017_1.jpg
    3. Wahl eines kleineren Karten-Abbildungsmaßstabs: Anschließend wählt man einen kleineren Kartenmaßstab, um ein größeres Sichtfeld zu erhalten, allerdings nur so weit, dass Ortsnamen noch angezeigt werden. Das geht über den rechten Drehknopf im Infotainment-Panel, oder durch 2-Finger-Geste Finger-Spreizen.

      20260622_170201_1.jpg
    4. Sichtfeld der Karte / Suchkreis verschieben: Durch Wischen am Bildschirm verschiebt man das Sichtfeld der Karte; dabei werden am oberen Rand des Bildschirms der Ortsname und die Koordinaten der Fadenkreuz-Position angezeigt. Weiterhin erscheinen ein rotes Fadenkreuz für die Mitte des neuen Suchkreises sowie eine strichlierte Linie samt der Angabe einer Luftlinien-Entfernung zwischen dem aktuellen Standort und dem Mittelpunkt des Fadenkreuzes. Sehr ärgerlich dabei: Durch Wischen auf dem Bildschirm verschiebt man nicht das Fadenkreuz, sondern den Kartenausschnitt unter dem Fadenkreuz. D.h. will man einen weiter nördlich gelegenen Kartenausschnitt sehen, muss man die Karte nach unten (Süden) ziehen.

      20260622_170426_1.jpg
    5. Vergleich mit Google Maps, ABRP oder der Chargeprice-App: Oft zeigt die Karte da nicht genügend Details. Ein vergleichender Blick in Google Maps, ABRP oder die Chargeprice App hilft hier bei der Orientierung, um das Fenster weiter zu verschieben bzw. den Kartenmaßstab nachzujustieren (siehe 3.).
    6. POI in der Nähe suchen: Ist die gewünschte Zielumgebung gefunden, kann man über POI-Suche /Ladestationen eine Liste der Ladestationen im Suchbereich mit aktuellen Belegungsdaten aufrufen – natürlich wieder in einem Suchradius von ca. 20km.

      20260622_170728_1.jpg
    7. Auswahl der Ladestation: Nun wählt man die gewünschte Ladestation aus. Damit wird das Navi auf den gewählten Ladepark programmiert, und die tatsächliche Fahrstrecke wird angezeigt. Nach „Als Ziel festlegen“ kann der Wagen die Akku-Vorkonditionierung zeitlich passend starten, was bei 20km ab aktuellem Standort und kühlem Wetter so gut wie ausgeschlossen wäre.

      20260622_170734_1.jpg

    Zugegeben, das ist umständlich. Vielleicht kennt ja jemand einen besseren Weg – dann bitte ich um Rückmeldung.


    Was müsste sich am KIA Navi ändern, um diesen Irrsinn abzustellen?


    Das Mindeste wäre, dass man den Suchkreis mittels Ortssuche verschieben könnte.

    • Dazu würde man z.B. im gewünschten Ort (ermittelt anhand von ABRP oder der Chargeprice App) einfach die Ortsmitte suchen.
    • Wird dann dieser Zielort angezeigt, sollte es die Möglichkeit geben, vor dem Start des Navi-Laufs eine POI-Suche mit dem neuem, verschobenem Suchkreis vorzunehmen, um dann die gewünschte Ladestation anzuwählen.

    Diese Lösung würde weder unsere alte Gen5W-Hardware, noch Programmierer-Ressourcen bei KIA überfordern, denn dazu müsste man keinen neuen Code erstellen. Man müsste lediglich einen bereits bestehenden Softwarecode-Block (POI-Suche in der Nähe) duplizieren und ihn in einer optionalen Programmschleife zwischen Ortssuche und Start der Navigation einfügen.


    So könnte man ohne die mangelhafte Streckenplanung weiter entfernte Ladestationen finden, die besser zum aktuellen Fahrprofil passen, und die erst bei einem realistischen SoC sowie mit passendem Zeitvorlauf eine Vorkonditionierung anstoßen.


    PS: Noch besser wäre es natürlich, wenn man einfach nach der Adresse eines Ladeparks suchen und diese Adresse manuell als Ladestation markieren könnte, um automatisch und rechtzeitig eine Vorkonditionierung zu starten. So könnte man auch bei kaltem Wetter an HPC-Stationen schnell laden, die noch nicht in der KIA-Datenbank erfasst sind.

    Eine der neuen Funktionen der KOA-App ist die Anzeige des Reifendrucks. Diese Daten holt sich die App aus den Messungen der jeweils letzten Fahrt.


    Um in der App eine Gut/Schlecht-Bewertung des Drucks und empfohlene Werte zu erhalten, muss man bei den Einstellungen der Funktion die Größe des aktuell montierten Reifens angeben.


    Hat man diesen Wert eingegeben, sieht es zunächst so aus, als würden die Eingabewerte nicht übernommen. Offenbar müssen diese Werte zunächst an den KIA-Server übermittelt werden, denn die gewünschten Gut/Schlecht-Bewertungen sowie empfohlene Werte erscheinen erst nach einer gewissen Verzögerung.


    So gelangt man an die Reifendruck-Anzeige und das Eingabefenster der Reifengröße:


    Öffne in der KOA-App das Fenster "Fahrzeuge":


    Screenshot_20260616_122746.jpg


    Scrolle runter bis "Driving Insight" und klicke drauf:


    Screenshot_20260616_122740.jpg


    Dann erscheint das folgende Fenster:


    Screenshot_20260616_122713.jpg


    Klicke auf "Fahrzeugmanagement", dann erscheint folgendes Fenster:


    Screenshot_20260616_122622.jpg


    Klicke auf "Reifendruck" dann erscheint folgendes Fenster:


    Screenshot_20260616_122602.jpg


    Die Druckwerte werden orange angezeigt, denn es konnte keine Bewertung vorgenommen werden - die App kennt die Größe der montierten Reifen nicht.


    Klicke auf "Reifen wählen", dann erscheint folgendes Fenster:


    Screenshot_20260616_122544.jpg


    Nach Wahl der Reifengröße und Bestätigung schließt man am besten die App und wartet ein, zwei Minuten.


    Wenn man dann die App wieder öffnet und das Reifendruck-Fenster öffnet, sieht man z.B. die folgenden Daten mit einer Reifendruck-Empfehlung, und wenn man weiter runter scrollt auch eine Erläuterung wann und bei welcher Temperatur der Druck gemessen wurde.


    Screenshot_20260616_123832.jpg


    Wenn man z.B. beim Wechsel auf Winterreifen eine andere Reifengröße nutzt, kann man das unter "Empfohlener Reifendruck" mit einem Klick auf die unterstrichene Reifengröße ändern.

    Nachtrag zum Thema Electra: Wer bereits bei Electra einen Ladeplan gebucht und die App installiert hat, kann andere User werben und dabei für mindestens einen Ladevorgang 50% Rabatt (auf den bereits reduzierten oder den regulären Preis?) erhalten. Es profitieren dabei beide - Werber und Geworbener - von dem Rabatt.


    Dazu findet man in der App einen Werbecode, den man als Werber an den Geworbenen weiter gibt. Der muss den Code dann in seine Electra-App eingeben. Bei Beiden gilt dann der oben erwähnte Rabatt (vermutlich aber nur für einen Ladevorgang).

    Ich habe von Elektra eine Mail mit nachfolgendem Inhalt bekommen.

    Hier wird eine Aktion angeboten, mit 20ct Nachlass auf den Säulenpreis und die ersten beiden Monate umsonst.

    Diese Aktion hat Electra vor ein Paar Monaten schon mal gemacht. Ich habe sie damals knapp verpasst und in einer weiteren Aktion nur einen Freimonat erhalten. Hat für meine Italienreise prima funktioniert.


    Electra bietet mit seiner App bisher die beste Bedienbarkeit aller Lade-Apps, die ich genutzt habe, und die Ladesäulen haben eine zusätzliche Anzeige, an der man schon von weitem den Betriebsstatus erkennen kann. Plus, sie präsentieren auf dem Säulen-Display sehr detaillierte Infos über den Ladeverlauf. Allerdings waren manche der Säulen in Italien so eng beieinander installiert, dass man beim Heranmanövrieren einige Male hin- und herrangieren musste.


    Übrigens, der Rabatt von € 0,20 bedeutet einen kWh-Preis von € 0,34.


    Leider bietet Electra in Deutschland noch nicht sehr viele Ladeparks - im Großraum München sind es aber immerhin 3.


    Ich frage mich nun nur noch, ob ich Deinen Code auch nutzen kann, obwohl ich die Electra-App bereits installiert und schon früher eine Electra-Aktion genutzt habe. Probieren geht über Studieren...

    Hm - ich hatte das Problem schon bei AC- genauso wie bei DC-Ladevorgängen, jeweils nach Abschluss des Ladevorgangs.


    Bei AC half meistens Ab- und danach wieder Aufschließen, aber nicht immer. Womöglich macht es nach Ende des AC-Ladevorgangs einen Unterschied, welchen Stecker man zuerst zieht - den am Auto oder den an der Ladesäule.


    Bei DC half das nicht, auch nicht das Stoppen des Ladevorgangs über die App - da half nur die mechanische Not-Entriegelung. Leider konnte ich kein systematisches Verhalten dabei entdecken.


    Das einzig Tröstliche dabei ist, dass das Problem eher selten auftritt.


    Wenn jemand eine Systematik bei diesem Problem kennt, würde ich mich freuen, wenn er das hier mal beschreibt.

    Ich habe mir das YT-Video angeschaut, und da entsteht der Eindruck

    • dass man sich eine Ladekurve aus einem Ladevorgang erzeugen kann (das kann Carscanner nicht ohne Weiteres) - das wäre schick
    • einer der Antworten auf das Video entnehme ich, dass Hyundai/KIA womöglich doch noch plant, eine Funktion für manuelles Vorkonditionieren für vFL-Modelle nachzureichen

    Ich werde mir diese App genauer anschauen, sobald der Autor (hoffentlich) auch eine Android-Version der App veröffentlicht. Die Benutzeroberfläche der App finde ich deutlich schöner als die von Carscanner.


    Können FL-User bestätigen, dass diese App auch die Motorcontroller-Parameter des FL lesen und darstellen kann?